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Silikon kleben – So geht es richtig!

Der Dichtstoff Silikon eignet sich auch zum Kleben. Das wissen Fachleute vom Bau, aber noch lange nicht jeder Privatanwender. Wir zeigen die Möglichkeiten, Silikon als Kleber einzusetzen. Wo liegen die Grenzen? Was ist beim Kleben mit Silikon zu beachten? Und wie gehe ich am besten vor, mit Silikon erfolgreich zu kleben. Ein Ratgeber mit Schritt-für-Schritt-Anleitung, technischem Hintergrundwissen und vielen weiteren hilfreichen Tipps zur Anwendung von Silikon – nicht nur als Klebemittel.

Silikon ist sehr vielseitig einsetzbar. Es kann nicht nur zum Verfugen von Fliesen – auf das wir im Folgenden noch genauer eingehen werden –, sondern auch zum Verfüllen von kleineren Bohrlöchern und bei der Küchenmontage zum Einsatz kommen. Hier werden beispielsweise die Ränder der Arbeitsplatte, die zu den Fliesen hin reichen, mit Silikon gefüllt und ggfs. verklebt. Das sorgt sowohl für einen bündigen Abschluss, verhindert aber auch das Eindringen von Feuchtigkeit. Auch das Spülbecken wird in die Arbeitsplatte eingepasst und mit Silikon zusätzlich befestigt.

Neben dem Abdichten von Fugen kann Silikon aber auch zum Kleben verwendet werden. Ein Einsatz an Materialien, die zumindest von Zeit zu Zeit Schwankungen ausgesetzt sind, ist wenig hilfreich, da das Silikon dann meist Risse erhält oder sogar bricht. Soll Silikon nicht zum Abdichten, sondern zum Kleben verwendet werden, empfiehlt es sich, nicht auf Silikondichtstoffe, sondern auf Silikonkleber zurückzugreifen. Letztere sind mit besseren Klebeeigenschaften ausgestattet.

Silikonkleber besteht aus einer Siliziumverbindung. Unterschieden wird zwischen neutralvernetzendem und essigsauervernetzendem Silikon. Zu den neutralvernetzenden Silikonen gehören beispielsweise Alcoxy- sowie Oxim-Silikone, die in unserem Online-Shop beispielsweise unter den Bezeichnungen Ottoseal S17, Ottoseal S27 und Ottoseal S68 angeboten werden. Diese Silikone eignen sich zum Kleben vieler verschiedener Flächen, beispielsweise Aluminium, Edelstahl, PVC, Glas und Keramik.

Essigsauervernetzendes Silikon wird in der Fachsprache auch als Azetatsilikon bezeichnet. Dieses Material kommt vor allem im Fenster- und Schaufensterbau zum Einsatz.

Technischer Exkurs Ein- oder Zweikomponentenkleber – Für was sollte ich mich entscheiden?

Silikonkleber wird in Kartuschen angeboten und ist sowohl als Einkomponentenkleber (gekennzeichnet mit 1K) als auch als Zweikomponentenkleber (2K) erhältlich. Der Einkomponentenkleber setzt vollends auf die Klebeeigenschaften des Materials, kann allerdings keiner größeren Belastung ausgesetzt werden. Das Aushärten des Klebstoffes dauert gegenüber dem Zweikomponentenkleber meist etwas länger. Allerdings sind Einkomponentenkleber meist günstiger und vielfach in kleineren Gebindegrößen erhältlich, was vor allem private Nutzer interessieren dürfte.

Der Zweikomponentenkleber, als Beispiel sei hier der in unserem Online-Shop erhältliche Ottoseal S610 erwähnt, enthält neben dem Silikon eine zusätzliche Substanz und ist deshalb auch bei stark beanspruchten Flächen, so unter anderem zum Kleben von Spiegeln auf Keramikfliesen im Bad, einsetzbar.

Besonders die Zweikomponentenkleber sorgen dafür, dass das Aushärten der Klebemasse wesentlich schneller vonstattengeht. Welche Zeiten dabei zu beachten sind, erfahren Sie im Produktblatt und auf der Umverpackung der Kartusche. Neben der Zusammensetzung sollten Sie aber auch auf die Farbe des Silikonklebers achten. Soll der Klebstoff nicht auffallen, ist es sinnvoll, sich für die transparente Variante zu entscheiden.

 

Profi-Tipp 1: Silikon lässt sich hervorragend verarbeiten und passt sich der gewünschten Form an. Zugleich ist es sowohl hitze- als auch kälteunempfindlich und dient zugleich als Feuchtigkeitsschutz.

Fliesenfugen mit Silikon verfüllen

In großem Umfang wird Silikon zum Verfüllen der Fliesenfugen verwendet. Dabei kann es sich sowohl um neu verlegte als auch um schon etwas länger liegende Fliesen handeln, deren Fugen vielleicht nicht mehr schön aussehen. Hier ist es ratsam, das alte Silikon zu entfernen. Wie Sie dabei vorgehen können, erfahren Sie in unserem hier verlinktem Beitrag „Silikon entfernen – Anleitung und Profi-Tipps“. Dort erhalten Sie auch mehr Informationen über den empfohlenen Silikonentferner Ottoseal SilOut von Otto Chemie.

Natürlich können Sie auch versuchen, neues Silikon direkt auf dem bereits vorhandenen aufzutragen. Wenn die alte Masse aber bereits Risse zeigt, sehr uneben ist oder bereits schwer entfernbare Flecken aufweist, sollten Sie lieber das alte Silikon entfernen, bevor Sie neues auftragen. Sind Sie sich unsicher, ob Sie das neue Silikon auf Ihre noch mit altem Silikon gefüllte Fuge auftragen können, lesen Sie unseren Beitrag "Silikon auf Silikon – Geht das? Experten antworten".

Vorbereitende Arbeiten – Schritt 1: Reinigung, Materialien besorgen

Bevor Sie das Silikon auftragen und kleben können, sollten Sie zuerst die Fugen und die Fliesen komplett reinigen und so von Öl- und Fettflecken befreien. Bei neu zu verlegenden Fliesen müssen Sie nur die Fliesen von eventuell noch vorhandenem Fugenmörtel oder anderen Verunreinigungen säubern. Welche Hilfsmittel hierfür geeignet sind, können Sie unter anderem der Umverpackung des Fugenmörtels entnehmen. Fett- und Ölflecken bekommen Sie mit Wasser und Spülmittel oder mit anderen, im Haushalt vorhandenen Mitteln weg, auf die wir in unserem Beitrag „Fugen reinigen - 11 Tipps“ bereits näher eingegangen sind. Nach dem Säubern müssen die gereinigten Flächen trocknen. Erst danach kann mit dem Auftragen des Silikons begonnen werden.

Stellen Sie zum Verfüllen der Fugen mit Silikon alle benötigten Utensilien bereit. Dazu gehören:

  • die Silikonkartusche, welche Sie in ausreichender Menge kaufen sollten (lieber etwas zu viel als zu wenig, da bei der Unterbrechung der Arbeit das Silikon bereits aushärten kann),
  • eine Silikonspritzpistole (je nach verwendeter Kartusche können eine Handpresspistole, Akkupistole oder Druckluftpistole zum Einsatz kommen),
  • ein Spatel oder eine Spachtel zum Entfernen eventuell auf die Fliesen gekommenen Silikons,
  • ein Silikonabzieher bzw. ein Glättcutter,
  • eine mit Wasser und Spülmittel befüllte Sprühflasche,
  • eine Rolle Klebeband oder Malerkrepp und
  • eventuell eine Hinterfüllschnur sowie ein Messer zum passgerechten Durchtrennen der Schnur.

Profi-Tipp 2: Die Hinterfüllschnur benötigen Sie beispielsweise zum Abdichten der Fenster, der Arbeitsplatte und anderer Dehnungsfugen, die größeren Temperaturschwankungen ausgesetzt sind. Eine Empfehlung für eine Hinterfüll-/Rundschnur ist die PE B2 Ottocord, die sämtliche DIN-Normen und Baustoffklassen entspricht.

Vor dem Kleben – Schritt 2: Vorbereitung des Silikons

Bevor das Silikon aufgetragen werden kann, muss meist die Silikonspritzpistole einsatzbereit gemacht werden. Einige Kartuschen werden bereits mit aufgeschraubter Düse geliefert, bei anderen Modellen müssen beide Komponenten – Kartusche und Pistole – erst zusammengesteckt werden. Wie dies vonstattengeht, entnehmen Sie bitte den Angaben auf der Kartusche. Sollten Sie die Silikonspritze bei uns kaufen, steht Ihnen natürlich unser kostenloser Shop-Support bei Fragen zur Verfügung. Der Aufsatz wird dann so zurechtgeschnitten, dass das Silikon problemlos in die Fuge gesetzt werden kann, ohne das es direkt auf die Fliesen gelangt. Die Fugenbreite ist also gleichzeitig die Breite der Öffnung.

Es geht los – Schritt 3: Silikon kleben und auftragen

Silikon kleben

Wer noch keine Silikonkartusche in der Hand gehalten hat, sollte vielleicht erst einmal ein Stück Pappe zur Hand nehmen. Zeichnen Sie hier ein paar gerade Linien auf und setzen Sie darauf eine Schicht Silikon. Sind Sie jetzt sicherer in der Handhabung, können Sie die Fliesen- oder andere Dehnungsfugen mit Silikon verfüllen.

Profi-Tipp 3: Achten Sie bitte darauf, nicht die gesamte Fugenhöhe mit Siikon auszufüllen, sondern nur zu etwa 60 Prozent!

An Dehnungsfugen und Übergängen zwischen Wandfliesen und Bodenfliesen sollten Sie zudem eine Hinterfüllschnur einbringen (wurde in Schritt 1 unter "Vorbereitungen und Material besorgen" bereits on Ihnen beschafft). Diese wird, beispielsweise unter Zuhilfenahme eines Pinselstiels oder eines Schraubenziehers, passgenau in die Fuge gedrückt und dann mit Silikonmasse überstrichen. Hinterfüllschnüre und Silikonkartuschen für verschiedene Anwendungszwecke finden Sie in unserem Shop in der Kategorie "Alles für die Silikon-Fuge".

Für das Auftragen selbst benötigen Sie eine ruhige Hand. Setzen Sie die Silikonspritzpistole an einer Fuge passgenau an und tragen Sie die Masse gleichmäßig auf die Fuge auf. Achten Sie darauf, dass kein Silikon auf die Fliesen selbst gelangt. Sollte dies doch einmal passieren, entfernen Sie es bitte sofort mit einem Spatel oder einer Spachtel. Um für diesen Fall aber generell gewappnet zu sein, können Sie die Ränder der Fliesen auch mit Klebeband oder Malerkreppband abkleben und dieses dann nach dem Auftragen des Silikons wieder entfernen.

Profi-Tipp 4: Sollte beim Kleben mit Silikon doch einmal Silikon auf Stellen gelangen, auf denen es nicht vorgesehen war (z.B. Fliesen, Haut oder Kleidung) haben wir für Sie einen umfangreichen Ratgeber zum Entfernen von Silikon geschrieben. Der Ratgeber enthält auch viele hilfreiche Tipps zum Entfernen des klebenden Silikons mit Haushaltsmitteln.

Arbeiten Sie immer Stück für Stück, denn das Silikon muss dann noch von Hand etwas festgedrückt werden. Hierzu können Sie einen Glättcutter oder einen Silikonabzieher verwenden, aber auch Ihren Zeigefinger verwenden. Feuchten Sie dazu die mit Silikon versetzte Fuge mit einer Mischung aus Wasser und Spülmittel an, die Sie zuvor in eine Sprühflasche abgefüllt haben. Danach drücken Sie das Silikon mit dem Finger, mit dem Cutter oder mit dem Silikonabzieher fest. Einige Silikone sind nur schlecht hautverträglich. Entsprechende Informationen dazu finden Sie auf der Silikonkartusche. In solch einem Fall sollten Sie den Silikonabzieher oder den Cutter zum Festdrücken des Silikons verwenden. Um die Gefahr von Hautunverträglichkeiten zu reduzieren, achten Sie beim Kauf von Silikon auf die Einhaltung europäischer DIN-Normen, so wie es zum Beispiel die Silikon-Produkte des deutschen Herstellers Otto Chemie erfüllen.

Profi-Tipp 5:Vor der weiteren Verarbeitung bzw. Nutzung sollten unbedingt die Aushärtzeiten eingehalten werden. Entsprechende Angaben finden Sie ebenfalls auf der Kartusche. Wie lange sich eine angefangene Kartusche hält, ist ebenfalls auf der Kartusche vermerkt. Bevor Sie diese erneut nutzen, sollten Sie aber testen, ob das Silikon weiterhin mühelos entweicht oder doch nicht mehr verwendbar ist. Bei Bestellung über unseren Shop, seht Ihnen auch unser Support bei derartigen Fragen kostenlos zur Verfügung.

Profi-Tipp 6. Reinigen Sie nach dem Gebrauch die Spritzpistole, um sie auch später noch zum Auftragen neuer Silikonmasse verwenden zu können. Härtet das Silikon in der Spritzpistole aus, weil Sie die Kartuschenpistole zu lange nach dem Gebrauch liegen lassen, erschwert dies die spätere Reinigung der Silikonspritze nur unnötig.

Fazit – Silikon kleben kann man selber machen. Oder machen lassen.

Das geht mit Silikon, und das geht nicht: Mit ein paar geringen Vorarbeiten und Beschaffungen ist es nahezu jedem möglich, Fliesen, Fenster, Sanitärobjekte, Rollladenkästen und andere Gegenstände bzw. Materialien mit Silikon zu kleben und somit abzudichten. Auch für den Außenbereich wird spezielles Silikon angeboten. Zudem ist es in verschiedenen Farbtönen erhältlich und kann somit sowohl farbliche Akzente setzen, sich aber auch den Fliesen und anderen Materialien vom Farbton her anpassen. Denn ein Überstreichen des Silikons ist aufgrund dessen Zusammensetzung leider nicht möglich (hierfür verwenden Sie bitte anstatt Silikon, Acryl).

Das Ausbessern von kleineren Schäden in den Fugen, beispielsweise von bereits vorhandenen Bohrlöchern, funktioniert mit Silikon reibungslos.

Die Menge in der Kartusche richtig einschätzen: Je nach Hersteller ist auf den Kartuschen angegeben, für welche Fläche oder Länge der Inhalt ausreicht. Nehmen Sie eine großzügige Schätzung der von Ihnen zu verfüllenden Fugenlänge vor und erwerben Sie lieber eine oder zwei Kartuschen zu viel, als dass Sie Ihre Arbeit unterbrechen und die Kartuschen nachordern müssen. In dieser Zeit würde das bereit aufgebrachte Silikon austrocknen und sich mit dem später angesetzten Silikon an der Nahtstelle nicht mehr so gut verbinden.

Vielleicht möchten Sie das Verlegen der neuen Wand- und Bodenfliesen selbst übernehmen? Auch dafür halten wir entsprechende Ratgeber für Sie bereit.

Sollten Sie Ihre neuen Fliesen von einem Fachmann verlegen lassen, so können Sie diesen zugleich mit dem Auftragen des Silikons betrauen. Gerne können Sie auch uns als Fliesenleger und Abdicht-Profi beauftragen. Da dies aber erst geschehen kann, wenn der Untergrund – also der Fugenmörtel – fest und ausgehärtet ist, muss der Fachmann dann an einem anderen Tag weiterarbeiten, was natürlich für weitere Kosten sorgt. Vielleicht klären Sie deshalb mit ihm ab, dass Sie das Verfüllen der Fugen mit Silikon selbst übernehmen – die passende Anleitung dazu haben Sie jetzt ja und die notwendigen Produkte erhalten Sie alle mit sofortigem Versand nach Ihrer Bestellung bei uns im Shop.